Mittelmeerkrankheiten

Die folgenden Informationen geben einen Überblick über die bekanntesten, sogenannten "Mittelmeerkrankheiten".

 


Leishmaniose

Hierbei handelt es sich um eine parasitäre Infektionserkrankung, die unbehandelt final meist zu Nierenversagen führt. Die Inkubationszeit kann von vier Wochen bis hin zu sieben Jahren variieren.

 

Mögliche Übertragungswege:

 

  • Stiche von Sandmücken (Phlebotominae)
  • Deckakt
  • Bluttransfusion
  • Ansteckung bereits im Mutterleib

 

Ein Test auf Leishmania bei Welpen oder Junghunden ist in der Regel erst ab dem zwölften Lebensmonat aussagekräftig. Antikörper können über die Muttermilch übertragen worden sein und das Testergebnis verfälschen.

 

Wird ein positiver Titer ermittelt, gibt es mittlerweile gute Behandlungsmöglichkeiten und purinarme Ernährungsformen, um einem erkrankten Hund ein langes und beschwerdefreies Leben zu ermöglichen.

 

Erste Symptome, die auf eine Infektion hindeuten können:

 

  • Fellverlust, Schuppenbildung
  • Geschwüre, besonders an den Ohrrändern
  • Veränderungen der Haut, Bildung von Pusteln
  • Fieberschübe

 

Eine direkte Übertragungsart der Krankheit vom Hund auf den Mensch ist nicht bekannt. Eine Impfung gegen Leishmaniose ist möglich.


Ehrlichiose

Hierbei handelt es sich um eine bakterielle Infektionserkrankung, die gerade bei immungeschwächten Hunden einen schwerwiegenden Verlauf nehmen kann. Chronische Erkrankungen können tödlich sein.

 

Mögliche Übertragungswege:

 

  • Biss durch die „Braune Hundezecke“ (Rhipicephalus sanguineus)

 

Die Inkubationszeit beträgt eine bis drei Wochen. In dieser Zeit vermehrt der Erreger sich im Blut. Die anschließende, akute Krankheitsphase dauert bis zu vier Wochen.

 

Mögliche Symptome:

  • Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust
  • Fieber, Erbrechen oder Atemnot
  • Blasse Schleimhäute oder angeschwollene Lymphknoten
  • Nasenbluten
  • Störungen im Bewegungsablauf, neurologische Ausfälle

 

Bestätigt ein Tierarzt die Diagnose, wird meist mit Antibiotika behandelt. Auch therapieunterstützende Hilfsmittel wie Infusionen können helfen. Eine direkte Übertragungsart der Krankheit vom Hund auf den Mensch ist nicht bekannt. Eine Impfung gegen Ehrlichiose ist nicht möglich.


Giardien

Hierbei handelt es sich um mikroskopisch kleine, einzellige Parasiten, die Störungen des Magen- und Darmtrakts hervorrufen. Unbehandelt kann ein Befall zum Tod führen.

 

Mögliche Übertragungswege:

 

  • Verbreitung über mit sehr resistenten Zysten infizierten Kot

 

Eine Giardien-Infektion kann symptmlos verlaufen, was aber nicht bedeutet, dass ein Träger andere Tiere nicht anstecken kann. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel sieben bis zehn Tage, aber auch nach bereits drei Tagen oder bis hin zu 25 Tagen können Beschwerden auftreten.

 

Mögliche Symptome:

 

  • Blähungen und (gelber / gelbgrüner / übelriechender / blutiger / wässriger) Durchfall
  • Appetitlosigkeit, Erbrechen oder Gewichtsverlust
  • Lustlosigkeit oder Abgeschlagenheit
  • Leichtes Fieber

 

Die Behandlung erfolgt durch eine vom Veterinär verschriebene Kur. Bestätigt wird ein Giardienbefall durch eine Kotprobe. Schnelltests bekommt man im Internet oder kann diesen beim Tierarzt durchführen lassen.

 

Hygiene ist bei einem Befall essenziell:

 

  • Näpfe gründlich reinigen
  • Decken und Betten bei mindestens 60°C waschen
  • Hund baden
  • Keinen Kot liegen lassen
  • Ansteckungsgefahr durch Hundekontakte eindämmen
  • Wenig Kohlehydrate füttern
  • Prä- oder Probiotika unterstützen die Darmflora (Morosche Karottensuppe)

Für die meisten Menschen sind Giardien nicht gefährlich. Kleinkinder allerdings sollten den Hundekontakt einschränken, da sie dazu neigen, sich Gegenstände oder die Finger in den Mund zu stecken. Eine Impfung oder Prophylaxe gegen Giardien ist nicht möglich.


Babesiose

Diese Infektion wird auch als Hundemalaria bezeichnet.

 

Mögliche Übertragungswege:

 

  • Zeckenbiss

 

Mögliche Symptome:

 

  • Hohes Fieber
  • Dunkler oder blutiger Urin
  • Gestörtes Allgemeinverhalten
  • Appetitlosigkeit oder Antriebslosigkeit

 

Nach Diagnostik durch einen Veterinär verschreibt dieser ein nur für Tiere zugelassenes Medikament mit dem Wirkstoff Imidocarp. In der Regel wird das Mittel zwei Mal im Abstand von zwei Wochen unter die Haut gespritzt.

 

Eine direkte Übertragungsart der Krankheit vom Hund auf den Mensch ist nicht bekannt. Eine Impfung gegen Babesiose gehört nicht zu den Standardimpfungen und verhindert keine Infektion, soll aber die Schwere der klinischen Symptome abschwächen.


Weitere Mittelmeerkrankheiten: Dirofilariose (Herzwurm, Verbreitung eher Norditalien), Borreliose.

 

Wir empfehlen nach etwa einem halben Jahr im neuen Zuhause beim Tierarzt einen Bluttest auf Mittelmeerkrankheiten, Profil Süditalien, machen zu lassen.

 

Zusätzlich ist es ratsam, bei der jährlichen Vorsorgeuntersuchung ein großes Blutbild mit Leishmaniose-Test zu machen. Gerade der sogenannte

SDMA-Wert ist ein wichtiger Hinweis auf eine mögliche Verschlechterung der Nierenfunktion. Symptome einer Nierenschädigung tauchen meist erst ab einer ca. 80%igen Zerstörung der Organe auf und sind nicht reversibel.

 

Gerne stehen wir bei Fragen zur Verfügung. Eine verlässliche Diagnostik und Behandlung kann aber nur durch einen Veterinär erfolgen.

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Claudia Marotta

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